Abteilungsgeschichte

Im Jahre 1966 wurde Schwimmen als Sportart in die Sport Union Annen aufgenommen. Die Geschichte der neu gegründeten Abteilung leitete bis 1982 Friedhelm Vollmann, der bis zu seinem Tod 1992 als Ehrenvorsitzender der Schwimmabteilung verbunden blieb. Seinem Engagement ist die Schwerpunktverlagerung in die Abteilungsarbeit von der Ausbildung der Nichtschimmer zur Aus- und Fortbildung der Schwimmer und Leistungsschwimmer zu verdanken.

Der Übungsbetrieb der Schwimmabteilung begann am 15. Mai 1966 im Freibad Annen. Mit der Eröffnung des Annener Hallenbades am 15. Januar 1968 konnten die Übungsstunden wetterunabhängig erweitert werden. Schwierigkeiten bereiteten der jungen Abteilung die von der Stadt Witten erhobenen Benutzungsgebühren von 12 DM je Übungsstunde, sowie ein durch die Jahre andauernder Mangel an Helfern und Helferinnen.

Mit Beginn des Übungsbetriebes im Annener Hallenbad gewann die Weiterbildung der Schwimmer neben der Nichtschwimmerausbildung eine immer größer werdende Bedeutung. Bereits 1962 wurden zwei Leistungsriegen aufgestellt, deren Mitglieder an Wettkämpfen teilnehmen sollten. Anlässlich der Stadtmeisterschaften am 18.12.1968 erzielten 6 SUA- Schwimmer drei 1. zwei 2. und einen 4. Platz. Ab 1970 wurden dann in speziellen Wettkämpfen die Vereinsmeister ermittelt. In diesem Jahr war unsere Abteilung schon so erfolgreich, dass Jürgen Dittrich über 50m Freistil (0:43,40 min) und 50m Schmetterling (0:50,80 min) jeweils den 3. Rang in der deutschen Jahrgangsbestenliste belegte. Bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften konnten sich Jürgen Dittrich und Christian Koch insgesamt 5 Mal unter den besten 10 platzieren.

Dieser sportlichen Entwicklung wurde mit Bildung einer Startgemeinschaft zusammen mit der SVg Witten 84/09 am 01.11.1971 Rechnung getragen. 16 Jungen und 9 Mädchen der SUA gehörten ihr an. Der Zusammenschluß garantierte einige Jahre eine Erhöhung der Trainingsintensität für die leistungsstärkeren Schwimmer. Die neue Startgemeinschaft erwies sich anlässlich der Mannschaftsmeisterschaften recht schlagkräftig, konnten doch bei den DMS- Durchläufen 4000 Punkte bei den Damen, sowie bei den Herren mehr erzielt werden als im Vorjahr. 1974 setzten sich die guten Erfolge der Startgemeinschaftsschwimmer fort. Ute Schubert wurde über 100m Rücken in 1:15,00 min Südwestfälische Meisterin (Offene Klasse) sowie zweifache Jahrgangsmeisterin. Im selben Jahr wurde sie Westdeutsche Vizemeisterin und erreichte über 200m Rücken den Endlauf bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin, den sie als 7. beendete. Das Jahr 1976 wurde schwimmerisch von Klaus Wellerdiek und Ute Schubert dominiert, beide hielten jeweils 7 Vereinsrekorde. Christian Koch behauptete sich weiterhin über 100 und 200m Schmetterling (1:09,40 / 2:35,00 min) an der Spitze der Westdeutschen Bestenliste. Ein weiterer Höhepunkt für die Schwimmabteilung war der Nachwuchstest im Hallenbad Annen durch Werner Lampe, einer der erfolgreichsten deutschen Schwimmer. Das Jahr 1976 war auch der Beginn des langjährigen Pfingsttreffens mit dem Schwimmverein unserer Partnerstadt Beauvais in Frankreich.

In den weiteren Jahren leisteten die Verantwortlichen der Schwimmabteilung kontinuierlich gute Nachwuchsarbeit. 1978 belegten die Schwimmerinnen der Startgemeinschaft den ersten Platz bei den Südwestfälischen Mannschaftsmeisterschaften. In den 80er Jahren waren die SUA- Schwimmer wieder auf sich gestellt und erschwammen unter der Leitung ihres Trainers Jörg Buddenhorn den zweiten Platz bei den Westdeutschen Mannschaftsmeisterschaften 1984. Ironie des Schicksals trotz erreichter Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften konnte das Team nicht starten. Das erforderliche Durchschnittsalter wurde auf 12 Jahre festgelegt, die SUA- Schwimmer hatten ein Durchschnittsalter von 9 Jahren. 1985 zählten Jörg Buddenhorn, Yolanda Schmidt und Claudio Schiller zu den erfolgreichsten Aktiven unserer Abteilung.

In den nachfolgenden Jahren wurde weiter daran gearbeitet, dass der sportliche Erfolg beibehalten wurde. Doch im Jahr 1996 kam erst einmal ein großer Rückschritt. Das Hallenbad Annnen, welches unsere Trainingsstätte war wurde wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Die eigentlich für ca. 6 Monate veranschlagte Restaurierung dauerte dann doch 2 Jahre. Die Problematik bestand darin, dass im Bad Asbest gefunden wurde, welches sowohl in der Decke als auch in den Wänden war. Somit wurde das Bad grundsaniert und wir mussten solange zum Ausweichen in das Wittener Stadtbad. Dort konnte natürlich das Training nicht so fortgeführt werden, wie es bisher der Fall war und unsere Mitgliederzahl dezimierte sich von Monat zu Monat. Zwischenzeitlich war schon kein Ende abzusehen und man musste sich ernsthaft gedanken darüber machen, wie es denn weitergehen sollte. Doch auch eine Renovierung hat mal ein Ende.

Nachdem das Bad saniert worden ist, ging es 1998 mit neuem Elan ans Werk. Ein fast neues Bad und endlich wieder ausreichend Platz für unsere Aktiven. Dazu ein komplett neues Trainerteam und so sollte es dann auch wieder zu einem geregelten Vereinsleben führen. Der erhoffte Mitgliederzuwachs ließ nicht lange auf sich warten und so haben wir auch im Jahr 2000 erstmals eine Mastersmannschaft zusammenbekommen. Unter der Leitung des Trainers Reiner Arndt, der früher selbst ein sehr erfolgreicher aktiver Schwimmer war, hatten wir nun auch ein Seniorenteam. Auch die Erfolge sollten sich bald wieder Einstellen. Sowohl unsere Jugendschwimmer, als auch unsere Masters waren wieder oben auf und so erfolgreich wie eh und je.

Da wir nun auch schon seit längerer Zeit selbst Wettkämpfe ausrichteten und auch über unsere Stadtgrenzen hinaus bekannt waren, kam im Jahr 2001 der nächste Rückschlag. Die Schließung des Stadtbades kündigte sich an. Die Argumentation des Betreibers war nicht zu umgehen. Der Unterhalt ist zu teuer und die Einnahmen reichen bei weitem nicht aus. Dagegen konnte man nicht viel ausrichten und so kam, wenn auch verzweifelt versucht zu verhindern, die Schließung des Stadtbades in Witten im Februar 2003. Somit war unser Wettkampfschwimmbad, dass uns über viele Jahre immer offen stand auf einmal weg.

Doch auch davon ließen wir uns nicht beirren. Auch wenn das Bad nicht mehr da war, so musste man halt auf andere Schwimmbäder ausweichen, die zwar kleiner waren, aber dennoch war die Resonanz genau so groß wie vorher.

Somit warten wir gespannt auf die Dinge, die da noch kommen mögen ...